Ist Firefox wirklich privat?

Firefox bietet starke Privacy-Standardeinstellungen, aber kein Browser ist unsichtbar. Führen Sie eine Live-Analyse durch, um genau zu sehen, was Ihre Firefox-Installation heute preisgibt.

Browserfenster mit einzigartigem Fingerprint-Muster aus Canvas- und Hardware-Sonden

Was Firefox schützt — und was nicht

Firefox wird standardmäßig mit Enhanced Tracking Protection (ETP) ausgeliefert, die bekannte Drittanbieter-Tracker, Cross-Site-Cookies und Cryptominer blockiert. Im Strict-Modus werden auch einige Fingerprinting-Skripte blockiert. Mozillas Total Cookie Protection isoliert die Cookies jeder Website in einem eigenen „Cookie Jar“ und verhindert Cross-Site-Tracking über geteilte Cookies.

Diese Schutzmaßnahmen reduzieren Überwachung durch Werbenetzwerke deutlich. Sie beseitigen jedoch kein Browser-Fingerprinting — die Technik, Dutzende passiver Signale zu kombinieren, um Ihr Gerät ohne Cookie zu identifizieren.

Selbst eine Standard-Firefox-Installation sendet einen User-Agent-String mit Browserversion und Betriebssystem, HTTP-Header wie Accept-Language und Sec-Fetch-* sowie per JavaScript zugängliche Eigenschaften wie Bildschirmauflösung, Zeitzone, Spracheinstellungen und Hardware-Parallelität. Canvas- und WebGL-Rendering liefern auf jeder Hardware- und Treiberkombination leicht unterschiedliche Pixelausgaben und erzeugen so einen sehr stabilen Identifikator.

Firefox-Nutzer mit aktiviertem Resist Fingerprinting (privacy.resistFingerprinting oder Firefox Strict ETP) sehen bei Canvas- und WebGL-Sonden einheitliche, gespoofte Werte — die Fingerprint-Einzigartigkeit sinkt stark. Der Firefox Privacy Guide auf Mozillas Website behandelt dies ausführlich. Erweiterungen wie uBlock Origin im Medium-/Hard-Modus verringern die Angriffsfläche weiter, indem sie Analyse-Skripte blockieren, bevor sie ausgeführt werden.

Firefox-Nutzer bewegen sich daher auf einem breiten Privacy-Spektrum: Standard-Firefox unter Windows kann moderat abschneiden, während ein gehärteter Firefox mit aktiviertem resist fingerprinting einen hohen Privacy-Score erreichen kann. Der einzige Weg zu wissen, wo Sie stehen, ist eine Live-Analyse.

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Häufig gestellte Fragen

Verhindert das private Firefox-Fenster Fingerprinting?

Nein. Der private Browsing-Modus von Firefox löscht Cookies und Verlauf nach Sitzungsende, ändert aber nicht die Signale, die Ihr Browser während der Sitzung sendet. User-Agent, Bildschirmgröße, Canvas-Ausgabe und andere Fingerprint-Vektoren bleiben in privaten Fenstern identisch. Nur Firefox mit resist fingerprinting oder Tor Browser reduziert die Fingerprint-Einzigartigkeit wesentlich.

Macht „Resist Fingerprinting“ Websites kaputt?

Es kann kleinere Kompatibilitätsprobleme verursachen: Canvas-Spiele, bestimmte Schriftrendering-Funktionen und einige Drittanbieter-Widgets können sich unerwartet verhalten. Zeitzonen-Spoofing (immer als UTC gemeldet) ist die häufigste Fehlerquelle. Die meisten Informations-Websites funktionieren einwandfrei. Bei Bedarf können Sie es pro Website in Firefox' Berechtigungsbereich umschalten.

Wie schneidet Firefox im Vergleich zu Tor Browser ab?

Tor Browser basiert auf Firefox ESR mit dauerhaft aktiviertem resist fingerprinting, gesamtem Traffic über das Tor-Anonymitätsnetzwerk und normalisierten Fenstergrößen gegen Screen-Size-Fingerprinting. Für anonymes Surfen übertrifft er Standard-Firefox deutlich. Der Kompromiss sind langsamere Performance und einige Site-Inkompatibilitäten. Für den Alltag bleibt ein gehärteter Firefox ein starker Mittelweg.

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